„Sharmins Notiz“, der Zettel den Sharmin im Gefängnis schrieb.
© Kulturprojekte Berlin und Stadtmuseum Berlin | Foto: Oana Popa-Costea
„Ich weiß nicht, wo genau ich bin, es ist der schlimmste Tag meines Lebens. Mein Sohn ist krank und es gibt nicht viel zu essen und es ist sehr kalt […]“
Sharmin verfasste diese Notiz 2014, als Sharmin auf der Flucht in einem bulgarischen Gefängnis inhaftiert war. Im Rahmen eines Interview-Projekts sprachen zehn Personen, die zwischen 1946 und 2018 nach Berlin kamen, über ihre Fluchtgeschichte. Es entstand in Zusammenarbeit mit der Journalistin Zoya Mahfoud, der Kuratorin für Partizipation, Verda Kaya, und dem Fotografen Benny Golm.
Brenda Spiesbach, Zoya Mahfoud, Verda Kaya und Benny Golm vor der Flucht-Wand im Raum Krieg.
© Kulturprojekte Berlin und Stadtmuseum Berlin | Foto: Oana Popa-Costea
Brenda Spiesbach, kuratorische Mitarbeiterin, erzählt, warum „Sharmins Notiz“ ihr Lieblingsobjekt bei BERLIN GLOBAL ist.
Brenda Spiesbach
© Kulturprojekte Berlin und Stadtmuseum Berlin | Foto: Oana Popa-Costea
Was sind Deine Aufgaben im Team von BERLIN GLOBAL, Brenda?
Ich bin seit über vier Jahren Teil des kuratorischen Teams und meine Aufgaben sind sehr vielfältig: Konzept- und Textarbeit, Recherchen zu Themen und Objekten für die Aspekte Vergnügen und Krieg wie auch die Begleitung partizipativer Projekte.Warum ist „Sharmins Notiz“ Dein Lieblingsobjekt?
Die Notiz von Sharmin finde ich so eindrücklich, da sie klein und unscheinbar scheint. Und zugleich so vieles transportiert: Zu allererst dokumentiert dieser handgeschriebene Zettel einen der schwärzesten Tage in Sharmins Leben. Der Text macht traurig, wütend und beschämt uns Europäer:innen für den Umgang mit Menschen, die vor Gewalt und Krieg Zuflucht suchen.